Mind of the wonderful....oder auch: Einsam?!

Ich habe da irgendwie einen Fehler im System, bin kaputt. Und langsam habe ich auch keine Lust mehr immer wieder auf neue Gefühle auf zu bauen....um danach wieder unsanft von meiner Wolke heruntergestoßen zu werden...so dumm kann doch niemand sein?!

Ich kann jeden aufschreienden Beziehungsmenschen und Hobbyphilosophen beruhigen..es geht mir alleine sehr gut. Besser als mit anderen-denen man doch die Macht gibt einen zu verletzten. Letzendlich will ich mich selber zu 100% im Griff haben und meine Gefühle nicht in die Hände von Jemand anderem legen der es nicht zu schätzen weiß.Vielleicht können viele Menschen mit so einer Wucht und Außmaß von Gefühl garnicht klarkommen. Dann verlange ich zuviel.Schließlich muss man Gefühle pflegen. Woher sollen die meisten denn auch wissen was das ist, wenn sie selber schon keine mehr haben?

Genaugenommen ist die Welt nur in Verbindung mit anderen dunkel und schlimm. Für mich allein genieße ich sie jeden Tag aufs Neue. Ich sehe die einzelnen Grashalme auf der Straße, die sich um einen Ampelmast herum durch den Asphalt gezwängt haben. Ich sehe diesen Mann, der nach 30 Jahren eine Bar betritt, in der er, als er jung war, Kicker gezockt hat und der jetzt anderen jungen Leuten beim trinken und spaßen zusieht, mit einem friedlichen und wehmütigen Lächeln. Ich sehe, wie Menschen anderen Menschen unbemerkt gut tun. Ich sehe einen kleinen Jungen, der einem alten Mann aus Versehen einen Papierflieger gegen den Kopf wirft, direkt auf dem Straßenbahngleis und der Mann lacht laut auf, statt zu wüten. ich sehe Tropfen auf dem Gehweg, die wie Herzen aussehen, ich sehe den Regen in waagerechten, endlosen Linien am Fenster des ICE herunterrauschen. Ich sehe Kinder sich wundern und die Nase kräuseln, ich sehe Väter ihren Töchtern Haarsträhnen aus dem Gesicht streichen. Ich sehe, wie ein blinder Mann beim Zuhören der Musik die Augen schließt und weit weg ist, mitten in einem vollen Raum, in seiner eigenen Welt, und ich frage mich, was für ihn Farben bedeuten.


Klingt alles wie kitschige Postkarten im Buchladen, sind es aber nicht. Diese Bilder sammel ich in meinem Kopf, wie andere Mathematik-Formeln. Für mich sind das die Formeln einer guten Welt. Und damit bin ich allein. Wenn ich diesen Bildern begegne, bin ich von Menschen umstellt. Ich bin dann auf dem Gleis, im Supermarkt, einfach auf der Straße, im Park - wo auch immer, selten bin ich dann allein, und doch sieht niemand diese Schönheit. Niemand steht entzückt, wie ich, da und freut sich um diese Geschenke.Details die niemand wirklich mehr zu schätzen weiß...Eindrücke die so viel leben beeinhalten. So viel zerbrechliche Schönheit auf der Welt...die mich fast weinen lässt.

Und so denke ich über die Zeit nach....was für ein schneller Begriff....alles raßt an uns vorbei. Ohne halt, ohne Rücksicht und nur jener der die Zeit und Details zu schätzen weiß wird glücklich.....warum Zeit verschwenden mit Streit, Eifersucht und Agressionen?Weil wir das als „leben“ sehen? All das brauche ich aber nicht..egoistisch? JA! Soziopath? JA! Dann nennen sie es so.....dann brauch ich das für die Menschen nicht zu erledigen-die meisten können doch eh nicht ehrlich sein. Stattdessen verschwenden sie wieder mehr Zeit mit dem Vertuschen der Wahrheit...Lügen...warum sollte ich meine Zeit dafür opfern? Und so geh ich alleine durch die Straßen und schaue mir jede noch so „belanglose“ Kleinigkeit an....um auch alles auszukosten was diese Welt zu bieten hat. Ich will alles sehen, fühlen, riechen....alles wissen...alles erleben. Live. Hautnah.echt.real.hier und jetzt. Mit allen Gefühlen und Gedanken die ich besitze.

Ich sitze nachts stundenlang alleine auf meinem Balkon. Gehe alleine shoppen. Koche alleine, höre alleine Musik, räume Nachts um 3 Uhr auf, trinke alleine eine Flasche Wein bei Kerzenschein,tanze alleine bei guter musik durch die welt...

Wenn das einsam klingt, muss ich sagen: Ist es nicht. Statt mir den Mund fusselig zu reden und als Exot dazustehen, genieße ich all das ohne Rücksicht. Ganz frei und ehrlich. Mit einer kindlichen Naivität.

Ich habe viel zu geben aber die Empfänger scheinen auf einer anderen Frequenz zu funktionieren. Frauen sind oft misstrauisch. Männer oft entzückt. Niemand guckt wirklich hin und wundert sich dann über all das, was in mir steckt und rauswill. Menschen verstehen mich nicht sonderlich gut und die, die so sind wie ich, finde ich nicht, weil sie ihre Masken genauso fleißig anlegen, wie auch ich es tue, um nicht nur auf Unverständnis zu stoßen.

Bis vor wenigen Wochen hätte ich sehr gern mein Leben geteilt. Mit jemandem, der mich liebt und mich nicht irre findet, mit jemandem, der mir zuhört und sich nicht bloß mitteilen will, mit jemandem, der mich einfach sieht.
Mittlerweile sehe ich dies nicht mehr als notwendig. Ich bin nicht einsam. Nicht immer. Ich habe stets Männer um mich, Bekannte, Freunde....Alles, wie es sein muss, bloß mit einem zynischen Augenzwinkern.
Einsam macht mich in seltenen Momenten nur die Möglichkeit einer Insel, wie Houellebecq es treffend schreibt. Die Wahrscheinlichkeit, dass da draußen doch etwas Unbegreifliches auf mich wartet und mich sucht, lässt mich ab und zu in den tiefsten Abgrund sinken. Ansonsten finde ich das Alleinsein gut. Wenn alles seinen normalen Weg geht, bin ich mir selbst die beste Freundin, das beste Organisationstalent, die beste Partnerin, die beste Kritikerin. Ich will mich mit niemandem teilen, der nicht auch eine Hälfte zu geben hat. Die meisten sind geizig - mit ihrem Körper, ihren Gedanken, ihren Gefühlen.
Und da Geiz nicht geil ist, schreibe ich mir die Wut über die Verständnisblockade ab und zu von der Seele und hoffe auf neue Bilder. Morgen, wenn ich allein das Haus verlasse...

 

Und wer den Song der mir hier im Kopf rumgeschwirrt ist, und den ich beim verfassen gehört habe, nicht kennt (Blank&Jones feat elles-mind of the wonderful)

2.12.10 02:04

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